Othering-Prozesse an der Schnittstelle von Migration und Behinderung – „Die muslimische Familie“ im Fokus

  • Donja Amirpur
Schlagworte: Behinderung, Migration, Religion, Othering-Prozesse

Abstract

Viele Publikationen und Fortbildungen im Kontext Migration und Behinderung haben gemeinsam, dass darin die Religion (genauer der Islam) bzw. die Kategorie ‚Kultur‘ als zentrale Differenzkategorie fungiert. In dieser Sichtweise existieren die Barrieren vor allem innerhalb der Familie, ihr Umgang mit der Behinderung des Familienangehörigen entspricht nicht den Vorstellungen von Empowerment der Behindertenhilfe. Die Familien sind „fremd“, „anders“ und benachteiligen sich selbst (z.B. Van Dillen 2008). Ausgehend von diesen Hinweisen hat sich ein Forschungsprojekt an der Uni Bremen mit der Frage befasst, inwiefern die islamisch geprägte Sozialisation Einfluss auf den Umgang mit Behinderung hat. In dem Artikel werden die Ergebnisse aus biografischen Interviews mit muslimischen Familien dargestellt.

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Veröffentlicht
12.11.2015
Zitationsvorschlag
Amirpur, D. (2015). Othering-Prozesse an der Schnittstelle von Migration und Behinderung – „Die muslimische Familie“ im Fokus. Zeitschrift Für Inklusion, (3). Abgerufen von https://www.inklusion-online.net/index.php/inklusion-online/article/view/299
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