Konflikte in der komplexen Konstellation von Familie, Schule und Schulbegleitung

Elternarbeit zwischen struktureller Verantwortungslosigkeit und inklusivem Anspruch

Autor/innen

  • Julia Gasterstädt Goethe-Universität Frankfurt
  • Alica Strecker Goethe-Universität Frankfurt a.M.
  • Michael Urban Goethe-Universität Frankfurt a.M.

Schlagworte:

Schule, Eltern, Elternarbeit, Inklusion, Heterogenität

Abstract

Im Kontext der Forderung zur Entwicklung inklusiver Schulen wird darauf hingewiesen, dass die Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern ein „essentielles Gestaltungsmoment inklusiver Beschulung“ (Wild & Lütje-Klose, 2017, S. 129) darstellt. Unabhängig davon, ob unter inklusiver Beschulung hier auf die Kategorie der Behinderung bzw. des sonderpädagogischen Förderbedarfs abgehoben wird oder im Sinne eines weiten Inklusionsverständnisses nach der Minimierung von Diskriminierung und der Erweiterung von Teilhabe gefragt wird, stellt die Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern im Rahmen inklusiver Schulentwicklung die Anforderung an Schule dar, mit einer heterogenen Elternschaft zu arbeiten. Der Beitrag fragt danach, wie Schulen der Sekundarstufe Elternarbeit gestalten. Dabei greifen wir auf Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „ProFiS – Professionalisierung durch Fallarbeit für die inklusive Schule“ (Heinrich et al., 2019)[1] zurück, in dessen Teilbaustein ‚Elterneinbindung‘ das Kooperationsdreieck zwischen Eltern, Schule und Schulbegleitung empirisch qualitativ fokussiert wurde. Deutlich wird, dass eine ‚doppelte‘ Elternarbeit durch Regelschullehrkräfte einerseits sowie Sonderpädagog*innen und Schulbegleitungen andererseits prozessiert wird und insbesondere auch als Arbeit von Eltern rekonstruiert werden kann. Damit gehen Formen der Reproduktion sozialer Ungleichheit einher, die im Beitrag in Bezug auf die von Freyberg und Wolff (2005) herausgearbeitete Figur struktureller Verantwortungslosigkeit diskutiert werden. Ausgehend von diesen Ergebnissen werden abschließend einige Überlegungen zu Schulentwicklungs- und Professionalisierungspotentialen in Hinblick auf die Entwicklung einer differenzsensiblen Elternarbeit vorgestellt.

 

[1] Das Verbundprojekt ProFiS wurde unter dem Förderkennzeichen 01NV1702 A-D durch das BMBF gefördert.

Autor/innen-Biografien

Julia Gasterstädt, Goethe-Universität Frankfurt

Julia Gasterstädt ist Postdoc am Arbeitsbereich für Erziehung und Bildung im Kontext sozialer Marginalisierung am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt a.M.

Alica Strecker, Goethe-Universität Frankfurt a.M.

Alica Strecker ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich für Erziehung und Bildung im Kontext sozialer Marginalisierung am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt a.M.

Michael Urban, Goethe-Universität Frankfurt a.M.

Michael Urban hat eine Professur für Erziehung und Bildung im Kontext sozialer Marginalisierung am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt a.M. und leitet den gleichnamigen Arbeitsbereich.

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Veröffentlicht

2022-02-12

Zitationsvorschlag

Gasterstädt, J., Strecker, A., & Urban, M. (2022). Konflikte in der komplexen Konstellation von Familie, Schule und Schulbegleitung: Elternarbeit zwischen struktureller Verantwortungslosigkeit und inklusivem Anspruch. Zeitschrift für Inklusion, (1). Abgerufen von https://www.inklusion-online.net/index.php/inklusion-online/article/view/652

Ausgabe

Rubrik

Teil C