Antipsychiatrie, der erweiterte Inklusionsbegriff und die Entpathologisierung des Fremden:

Die Dekonstruktion ethnozentrisch bedingter "Normabweichungen" als implizite Forderung der antipsychiatrischen Bewegung.

  • Maryam Laura Moazedi Karl-Franzens-Universität Graz
Schlagworte: Inklusion, Ethnizität, Ethnozentrismus, Diversität, interkulturell, transkulturell

Abstract

Zwar gilt die antipsychiatrische Bewegung der 1960er-Jahre als eine, die eher im historischen Kontext und im Imperfekt besprochen wird. Ihre Forderungen auf den neuen, erweiterten Begriff von Inklusion auszudehnen und im Hinblick auf Ethnizität zu beleuchten – einer Dimension, die angesichts der Migrationsbewegungen von steigender Bedeutung ist – zeigt allerdings durch eine Reihe von Parallelen die Chance, ethnozentrisch konstruierte Normen in der Psychiatrie und ihren Nachbardisziplinen Psychologie und Psychotherapie ins Bewusstsein zu rücken. Anhand von Beispielen wie Stichprobenzusammensetzung, Somatisierung, Schizophrenie und Gesprächsführung soll hier aufgezeigt werden, in welchem Ausmaß Normen westlich definiert und sogenannte Abweichungen davon nicht als wertneutrale Variante gesehen werden, sowie auf das Potenzial hingewiesen werden, das sich implizit in den Forderungen der Antipsychiatrie findet.

Veröffentlicht
11.11.2018
Zitationsvorschlag
Moazedi, M. (2018). Antipsychiatrie, der erweiterte Inklusionsbegriff und die Entpathologisierung des Fremden:. Zeitschrift Für Inklusion, (3). Abgerufen von https://www.inklusion-online.net/index.php/inklusion-online/article/view/499
Ausgabe
Rubrik
Artikel