Die Normativität der Inklusion – ein Essay

  • Daniel Wrana Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Schlagworte: Normativität, Normalisierung, Behindertenrechtskonvention, Gouvernementalität, Systemtheorie

Abstract

Die Normativität sonderpädagogischer Einsätze ist ein alter Streitpunkt zwischen verschiedenen Zugängen, wobei "normativ" zu sein gewöhnlich der kritische Vorwurf an andere Positionen ist. Der Beitrag zeigt, inwiefern alle Positionen über einen je spezifischen Typus von Normativität verfügen und inwiefern im Rahmen der Inklusionsdebatte die dekonstruktive Normativität der sozialwissenschaftlichen Position mit der Normativität der Behindertenrechtskonvention eine Allianz eingeht. Normativität ist aber nicht von Wissenschaftler*innen voluntaristisch gesetzt, sie ist eine unvermeidliche Dimension jeder gesellschaftlichen Position. Im Anschluss an gouvernementalitätsanalytische und systemtheoretische Figuren wird gezeigt, inwiefern die Problematik der Normativität der neueren Inklusionsdebatte als eine auf individuelle Verantwortung und Leistung zielende, erst angemessen sichtbar wird, wenn sie im Kontext der Transformationen anderer Bereiche des Bildungssystems betrachtet wird.

Veröffentlicht
22.08.2019
Zitationsvorschlag
Wrana, D. (2019). Die Normativität der Inklusion – ein Essay. Zeitschrift Für Inklusion, 10(2). Abgerufen von https://www.inklusion-online.net/index.php/inklusion-online/article/view/532
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