Inklusives Handeln zwischen Vergesellschaftung, Sinnlichkeit und Subjektivierung

Autor/innen

  • Siegfried Saerberg

Schlagworte:

Inklusion, Menschenrechte, Standardisierung, Auto-Ethnographie, Aufteilung des Sinnlichen

Abstract

Der Beitrag geht einem grundsätzlichen Spannungsverhältnis nach: Zuerst wird Inklusion als derjenige Prozess bestimmt, der das Recht behinderter Menschen gegen etablierte und ausschließende gesellschaftliche Ordnung durchsetzen soll. Fasst man diese Ausgangslage sozialkonstruktivistisch mit Thomas Luckmann und Peter Berger, so spiegelt sich diese Spannung dort darin wider, dass soziales Handeln einerseits subjektiv sinnhaft und andererseits mit Hilfe sozialer Typisierungen vonstattengeht. Diesem Befund wird nun - ergänzt um einen Gedanken der Politizität des Sinnlichen nach Jacques Rancière - auto-ethnographisch nachgegangen. Dabei stellt sich heraus, dass Inklusion grundsätzlich Gefahr läuft, durch Etablierung vorgeblich inklusiver Regeln und Maßnahmen neue Exklusionen zu produzieren. Exkludiert werden u. a. eigensinnige Individualitäten und Intersektionalitäten, welche den Standardisierungen untergeordnet werden. Denn zwischen den Menschen der Menschenrechte und der UN-BRK und die inklusive Gesellschaft stellen sich nach bestimmten Kategorien definierte Gruppen, die im politischen Prozess als Repräsentanten dieser Gruppen bestimmte Normierungen aushandeln. Abschließend wird der Inklusionsforschung empfohlen, dieser ursprünglichen Politizität stärker Rechnung zu tragen.

Downloads

Veröffentlicht

2022-08-28

Zitationsvorschlag

Saerberg, S. (2022). Inklusives Handeln zwischen Vergesellschaftung, Sinnlichkeit und Subjektivierung . Zeitschrift für Inklusion, (3). Abgerufen von https://www.inklusion-online.net/index.php/inklusion-online/article/view/673

Ausgabe

Rubrik

Artikel